Gleich am Eingang des Museums befindet sich die Torkirche St. Erhard, die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Zwischenzeitlich diente sie als Grabkapelle der in Themar ansässigen Familie derer von Milz und wurde im Zuge der Reformation als „Knechtshaus“ genutzt. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Umnutzung zum Wirtshaus. 1856 wurden der Gastraum zur Schulstube und der Tanzboden zur Wohnung des Lehrers umgebaut. Nachdem 1915 ein neues Schulhaus fertiggestellt war, dienten die Räumlichkeiten als Wohnungen für Arbeiter der Domäne. Und mit der Bodenreform 1945 entstand hier eine Neubauernstelle. Erst 1981 sollte das Gebäude wieder seine ursprüngliche Form erhalten; es dient seither als Veranstaltungsraum.

 

Die Domänenscheune entstand um 1800 und wurde 1986/87 in ihrer ursprünglichen Form rekonstruiert. Das Gebäude erhebt sich über einem Bruchsteinsockel als Fachwerkkonstruktion in einem hohen Erdgeschoß und ist mit einem steilen Walmdach bedeckt. Im Inneren befindet sich die Ausstellung „Ländlicher Transport und Verkehr im 19. und frühen 20. Jahrhundert“.

 

Direkt neben der Domänenscheune wurde ebenfalls um 1800 der Pferdestall errichtet. Unmittelbar an die Klostermauer gesetzt, präsentiert sich das massive eingeschossige Gebäude mit Walmdach schon äußerlich als Stall: Die Fassade ist völlig schmucklos. Nach der Sanierung 1986/88 wurde das Gebäude als „Kleine Galerie“ für Sonderausstellungen genutzt, seit 2018 beherbergt es den „KunstRaum“.
Im Dachgeschoss ist die Ausstellung „Historische Grafiken zu den Grafen von Henneberg“ zu sehen.

 

Im Zentrum der vormaligen Klosteranlage steht die Ruine der Klosterkirche St. Marien. Sie wurde 1138 geweiht, der Turmbau zwischen 1201 und 1300 errichtet. In dieser Zeit erfolgte der Übergang von der romanischen zur gotischen Architektur, der sich an den Türmen ablesen lässt. Die ursprünglich dreischiffige flachgedeckte Pfeilerbasilika erfuhr ab 1583 eine Umnutzung zum Heulager der Domäne. 1704 zog man zur besseren Nutzbarkeit als Lager Zwischenböden ein und riss die beiden Nebenapsiden, den Chor und die Hauptapsis ab. Das Gebäude überdauerte mit dem nun T-förmigen Grundriss noch mehr als zwei Jahrhunderte, bis in der Nacht vom 2. zum 3. März 1939 ein Feuer in der „Scheune“ ausbrach. 1948 wurde mit ersten Sicherungsmaßnahmen begonnen.

 

An die Kirche schlossen sich die Klausurgebäude an. Bis heute sind wesentliche Teile der Süd- und der Westklausur sowie die Wand des ehemaligen östlichen Kreuzgangflügels erhalten. Die ehemalige Ostklausur beherbergte u. a. die Schlafräume, insgesamt 17 Kammern. Nach der Auflösung des Klosters verfiel das Gebäude und brach 1686 zusammen, die Reste wurden über Jahrzehnte als Baumaterial weiterverwendet. Die Südklausur weist noch originale Bausubstanz aus der Klosterzeit auf, zum Beispiel das Refektorium, den Speise- und Versammlungsraum. Der Saal mit prächtiger Holzbalkendecke zeigt die Gestaltung der Spätgotik. Er ist wahrscheinlich zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den noch erlebbaren Formen erneuert worden. Das westliche Klausurgebäude wurde im 16. und im ausgehenden 18. Jahrhundert umgestaltet. Zur Klosterzeit lebten hier die Laienbrüder,  später wurde es zum  Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Domäne umgebaut. Im Innenhof verband ein Kreuzgang, der im 17. Jahrhundert abgebrochen wurde, die Klausurgebäude miteinander. Die östliche Arkadenwand war aus praktischen Gründen als Rückwand eines Schweinestalls genutzt worden und hat so die Zeit überdauert.

 

Die Stellung Veßras als Hauskloster der Henneberger zeigt sich baulich wohl am deutlichsten an der Henneberger Kapelle, der Grablege der Schleusinger Linie des Grafenhauses. Der Bau erfolgte um 1180 als Anbau an die Klosterkirche. 1559 erfolgte die letzte Bestattung eines Hennebergers. Zu Grabe getragen wurde Wilhelm IV. Auf Befehl des Grafen Georg Ernst wurden wenig später die Grabsteine in die Egidienkapelle der Schleusinger Stadtkirche, den Ort des neubegründeten Erbbegräbnisses, überführt. 1610 erfolgte eine umfassende Instandsetzung der Kapelle, die fortan als „Kirchlein“ für die Domäne genutzt wurde. In der heutigen Dorfkirche ist die 1485 entstandene Ausmalung in Teilen erhalten geblieben: u. a. das Bildprogramm eines Jüngsten Gerichts.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite schließt sich die Südkapelle an die Klosterkirche an. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet und weist eine bemerkenswerte Baustruktur auf:
In der östlichen Apsiswand finden sich zwei Lichtöffnungen, durch die in definierten Zeiträumen. (nördliche Apsis: 5. Mai bis 11. August sowie südliche Apsis 7. März bis 2. Mai und 18. August bis ca. 5. Oktober) das Sonnenlicht fiel und möglicherweise eine Marienfigur illuminierte. Die Kapelle war vermutlich ein besonderer Ort der Marienverehrung.
In der Domänenwirtschaft diente der Raum als Kartoffellager. Heute ist sie eines der wenigen erhaltenen Beispiele für die angewandte Astronomie des Mittelalters.

Der Raum war bislang zur Besichtigung zwar ständig geöffnet, doch blieb der informative Mehrwert denkbar gering: Die bisherige Präsentationsweise erforderte ein hohes Vorstellungsvermögen seitens der Betrachtenden. Nun konnte mit Unterstützung der Regionalen Aktionsgruppe Leader Hildburghausen-Sonneberg e.V. eine Medien-Stele installiert werden, die fünf Themenfilme bereithält:

  1. Prämonstratenser
  2. Klosterleben
  3. Südkapelle
  4. Marienverehrung
  5. Architektur und Astronomie
  6. Kinderformat: Henne Mechthild erklärt die Südkapelle

Förderhinweis RAG LEADER HBN-SON
Diese Neuinszenierung der Südkapelle gibt die Einmaligkeit und Bedeutung des Ortes erstmals adäquat wieder. Die futuristische Medien-Stele ist ein mediales Zeitfenster in die Klostergeschichte.

 

Schriftliche Quellen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bezeichnen den heutigen Sitz der Museumsverwaltung als „Kornhaus“ bzw. „altes Schüttbodenhaus“. Sein Aussehen ist das Ergebnis eines Umbaus im 19. Jahrhundert. Damals wurde das ehemalige Wirtschaftsgebäude zum Wohnhaus für die Familie des Domänenpächters umgestaltet. Trotz vielfältiger baulicher Veränderungen sind noch Teile der romanischen Bausubstanz erhalten. Möglicherweise beherbergte das Gebäude nicht nur die Getreidevorräte, sondern diente vielleicht als Gästehaus.
Im Erdgeschoss befand sich der Pferdestall (für das Coburger Geschirr, daher als „Coburger Stall“ bezeichnet) er dient heute als Veranstaltungsraum.

Zum Wirtschaftshof des Klosters gehörte seit dem 12. Jahrhundert auch eine Klostermühle. Darin wurde u. a. das hier produzierte und von den Bauern gelieferte Getreide zu Mehl verarbeitet. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Anbau des Turbinenhauses: Zwei Wasserturbinen trieben erst die Massemühle der Porzellanfabrik Kloster Veßra an und erzeugten später Elektroenergie. Seit 2003 nutzt das Museum sie wieder zur Stromerzeugung.