Das sogenannte Wanderarbeiterhaus wurde 1913 zur Unterbringung saisonaler Arbeitskräfte der Domäne errichtet. 1945 erfolgte im Zuge der Bodenreform die Umwandlung in eine Neubauernstelle und die Erweiterung durch einen Anbau. Heute beherbergt das Fachwerkgebäude das Café am Klostergarten, das von Ostern bis Ende Oktober die Gäste des Museums mit Kaffee und Kuchen empfängt.

1834 entstand der neue Pferdestall für die Fohlen des Gestüts. Anders als es auf den ersten Blick erscheinen mag, imitiert die Fassade nicht die romanische Klosterarchitektur. Vielmehr wurde versucht – aus dem romantischen Zeitgefühl heraus und der arabischen Pferderasse wegen – eine Fassade mit arabischen Anklängen zu schaffen. Nach der Auflösung des Gestüts 1842 diente der Stall der Schafhaltung. 1945 wurde er Teil der benachbarten Neubauernstelle. Ab den 1950er-Jahren nutzte die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft das Gebäude, wodurch es zu weitreichenden Veränderungen am Bau kam. Nach der Museumsgründung wurde das Gebäude nach und nach in seinen ursprünglichen Zustand versetzt und ein Raum für Dauerausstellungen geschaffen.

Das massive Gebäude des alten Pferdestalls und späteren Schafstalls ist in seiner heutigen Form das Ergebnis des Wiederaufbaus nach einem Brand 1937. Hergestellt wurde damals etwa die Hälfte des ursprünglich über 75 Meter langen Gebäudes. Erst im Zuge der musealen Nutzung wurde der fehlende Gebäudeteil ergänzt. Ursprünglich handelte es sich bei dem Bau wohl um das Hauptgebäude des Gestüts, das in seiner Grundsubstanz sogar noch bis in die Klosterzeit zurückgehen könnte. Die ältesten Hinweise auf ein Gestüt in Veßra stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. So dürfte die „Gründung“ des Gestüts 1677 nur die organisatorische Neubelebung der alten Stuterei gewesen sein, für die in den Folgejahren zahlreiche neue Stall- und Wirtschaftsgebäude eingerichtet wurden. Heute ist im alten Pferdestall die Dauerausstellung „Wie die Saat, so die Ernte“ zu besichtigen.

Der 5.000 Quadratmeter umfassende barrierefreie Ausstellungsbereich „ErlebnisLandwirtschaft“, der 2012/2013 eingeweiht werden konnte, veranschaulicht den technischen Wandel in der Landwirtschaft von der kleinbäuerlichen Arbeit bis hin zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften. In vielfältigen Teilausstellungen sind sowohl historische Arbeitsgeräte verschiedener Jahrhunderte als auch große Erntetechnik wie Mähdrescher und Traktoren zu sehen.

Einige der technischen Raritäten werden zu Museumsfesten in Betrieb genommen und die Arbeitsprozesse vergangener Zeiten, etwa das Ausdreschen von Getreide mit Dreschmaschine und Pferdegöpel, vorgeführt.

Für kleinen Museumsgäste bieten Traktor-Parcours und Spielscheune Raum zum Toben und Spielen.