Die Schnittstelle zwischen Klosterareal und Fachwerkensemble bildet das 1948 an Ort und Stelle errichtete Neubauerngehöft. Im Zuge der Bodenreform kam 1945 das damalige Staatsgut Kloster Veßra zur Aufteilung – es entstanden zehn Neubauernstellen. Eine Familie, die in Folge des Zweiten Weltkriegs aus dem östlichen Brandenburg vertrieben worden war, fand hier ein neues Zuhause. Im Zuge des Neubauernbauprogramms der Sowjetischen Militäradministration wurden zwischen 1947 und 1952 tausende Neubauernhäuser als Streckhöfe errichtet. Sie verbanden alle Funktionsbereiche unter einem Dach: den Wohnteil, den Stall sowie die Scheune und basierten meist auf Typenentwürfen der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Das Neubauernhaus zeigt die Einrichtung der frühen 1950er-Jahre. Es präsentiert damit eine Zeit, in der die Neubauernfamilie die größte Not bereits überstanden und ihre Wirtschaft unter Aufwendung aller Kräfte stabilisiert hatte.

 

Das Fachwerkhaus aus Witzelroda wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Wohnhaus eines wohlhabenden Bauern errichtet. 1979 wurde das Objekt im Museum aufgebaut und zeigt seither ein Wohnmilieu der Zeit um 1800. Eine Besonderheit ist der versteckte Raum im Obergeschoß. In Notzeiten konnte er wertvolles Inventar, z. B. Saatgut, aufnehmen und damit vor Plünderung schützen. Der soziale Status des Bauherren ist an der Außengestaltung ablesbar: Die Schaufassade ist reich gestaltet, u. a. mit geschweiften Andreaskreuzen in den Brüstungsfeldern, aufwendig bearbeiteten Rähmbalken und farbig hervorgehobenen Zierelementen.

 

Ganz in der Nähe befindet sich das Haus eines Nebenerwerbsbauern, das ebenfalls aus Witzelroda stammt. Es wurde um 1700 errichtet und nach seiner Umsetzung ins Museum 1985/86 im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts ausgestattet. Der Landwirtschaftsbetrieb war nicht die Hauptgrundlage des Familienunterhalts. Im Stall gab es damals nur ein paar Ziegen, Schweine und Geflügel. Das Fehlen von landwirtschaftlichem Gerät aber auch von Rindern und Pferden führte dazu, dass diese Bauernfamilien im Nebenerwerb auch „Ziegenbauern“ genannt wurden. Ein Blick in die Stube verrät, womit die Familie ihr Auskommen sicherte: Sie fertigte und reparierte Körbe. Wohnen und Arbeiten fanden auf kleinstem Raum statt. So ist die Stubenkammer, in der die Familie – vier Personen in zwei Betten – schlief, nur durch einen Vorhang und eine Bretterwand von der Stube, die zugleich Werkstatt war, getrennt.

 

Das Fachwerkhaus aus Eicha aus dem Jahr 1716 zeigt wiederum: Der Bauherr, der Pferdehändler Ernst Roßteuscher, konnte sich ein repräsentatives Gebäude leisten. 1757 wurde hofseitig ein Laubengang angefügt, eine sogenannte Fränkische Laube. Solche hölzernen Lauben waren einst sehr typisch in den Dörfern der Region, sind jedoch selten geworden. Zur Hofanlage in Eicha gehörten außer dem Wohnhaus (samt Großviehstall) ein Schweinestall, eine Remise, eine große Scheune mit zwei Toren, weitere Stallungen, ein Brunnen sowie ein kleines Altenteilgebäude, die sich zu einer u-förmigen Hofanlage gruppierten. Außer dem nach Kloster Veßra 1986 umgesetzten Wohnhaus existiert heute keines der genannten Gebäude mehr. Die Ausstattung zeigt die Wohnverhältnisse einer wohlhabenden Bauernfamilie um 1900.

Ergänzt wird das Ensemble durch eine aus Ebenhards umgesetzte Scheune. 1850 wurde sie mit schlichtem Fachwerk und aufwendigem Mansarddach errichtet. Das Innere gliedert sich in zwei Bansen (Lagerbereiche), eine Tenne (Dreschplatz) und einen Nebenraum. 1999 erfolgte die wandweise Umsetzung ins Museum.

 

Die Totenhofkapelle stand bis 1993 auf dem Friedhof von Herrenbreitungen. Die Kapelle wurde 1728 als schlichter Fachwerkbau (einzige Schmuckform: „wilder Mann“-Figuren) mit einfachem Satteldach errichtet. Den Innenraum prägt die eingeschossige Empore, die hufeisenförmig an drei Seiten umläuft. Die 38 Emporenfelder sind mit floralen Rankenmalereien versehen. Ende der 1980er-Jahre befand sich die Kapelle in einem schlechten baulichen Zustand. Nach dem Bau einer neuen Friedhofskirche in unmittelbarer Nähe, wurde das Gebäude ab 1993 wandweise umgesetzt. Beim Wiederaufbau konnte zum großen Teil der Originalzustand rekonstruiert werden.

 

Das jüngste Gebäude des Freilichtensembles ist die 2016 eingeweihte Kindemedienlaube. Es handelt sich um den rollstuhlgerecht ausgestatteten Nachbau einer Gartenlaube aus den 1950er-Jahren. Im Innern erwarten die jungen Museumsgäste drei Medienstationen (Film, Hörstücke und Malstation), die gleichsam Information (u. a. zum  Kloster Veßra, zu Kinderleben auf dem Dorf zu Urgroßmutters Zeiten und zu Fachwerkhäusern) und Unterhaltung bieten. Das Museumsmaskottchen „Henne Mechthild“ ist dabei erstmals in Bewegung zu sehen.

Die Wassermühle stand ursprünglich an einem Flußlauf zwischen den beiden Dörfern Wohlmuthausen und Helmershausen. Zum originalen Gehöft gehörten das Mühlengebäude und die ihr gegenüberstehende Scheune mit Stallungen. Das aus Sandstein und einem schlichten Fachwerk bestehende Gebäude der Mühle dürfte um 1600 erbaut worden sein. Auf Bauarbeiten und Veränderungen weist die über der Haustür eingeschnittene Jahreszahl „1847“ hin. Die Mühleneigentümer wechselten häufig, bis 1935 der Müller Reinhold Kuhles aus Wohlmuthausen die Mühle in seinen Besitz brachte. Er betrieb die Mühle bis in die 1960er-Jahre. 1981 wurde sie gänzlich stillgelegt. Fünf Jahre später konnte sie in das Museum umgesetzt werden. Die Wohnräume im Erdgeschoss zeigen eine Ausstattung der 1930er- und 1940er-Jahre. Die Mühlentechnik durchzieht alle Ebenen des Haus vom Keller bis zum Dach und ist voll funktionsfähig. Am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) wird die Mühle jedes Jahr in Betrieb genommen.

 

Wolfmannshausen erhielt 1734 das Braurecht verliehen. Noch im gleichen Jahr begann die Gemeinde, ein Brauhaus westlich des Dorfes zu errichten. Unter der Leitung eines gewählten Braumeisters schlossen sich mehrere Familien zusammen, die gemeinsam im Herbst und im Frühjahr ein „Gebräu“ (hier max. 2.200 Liter) bereiteten. Die Wolfmannshäuser hielten diese Tradition bis Ende der 1970er-Jahre aufrecht. 1990 konnte das Hennebergische Museum das kleine einstöckige Brauhaus mit dem noch verbliebenen Inventar erwerben. 1996 erfolgten der Abbau und die Sanierung des Fachwerkgerüstes. Ein örtlicher Brauverein stellt jedes Jahr im März das „Museumsbier“ her, die einzelnen Schritte vom Maischen über das Würze Kochen, das Kühlen und Gären können dann am historischen Ort miterlebt werden.

 

In den Jahren 2001 und 2002 konnte das Gemeindehaus aus Heckengereuth wandweise ins Museum umgesetzt werden. Es entstand um 1880 als Fachwerkbau mit nachträglicher Schieferverkleidung und war bis in die 1930er-Jahre bewohnt. Besonders markant ist der verschieferte, achteckige Giebelreiter mit Turmuhr und bronzener Glocke (Erfurt, 1911). Am Ende des Zweiten Weltkriegs fanden zwei aus Böhmen vertriebene Familien hier ihr Zuhause: auf 36 Quadratmetern lebten zeitweise acht Personen (vier Generationen). Nach dem Tod der letzten Bewohnerin stand das Gebäude ab Anfang der 1990er-Jahre leer. Es präsentiert heute im Inneren den Zeitschnitt der 1950er-Jahre und zeigt neben den beengten Wohnbedingungen der Flüchtlingsfamilien auch zwei thematische Ausstellungen „Zwischen Verlust und Neubeginn. Vertriebene nach 1945“ sowie zur Umsetzung von Gebäuden.

Die Schmiede wurde Ende des 19. Jahrhunderts am Ortsrand von Leutersdorf errichtet. Die sichtbare Fachwerkkonstruktion ist sehr schlicht. Ursprünglich enthielt das Gebäude nur eine große Werkstatt und den Beschlagstand mit einer kleinen Kohlenkammer dahinter. Seit dem Umbau vor dem Ersten Weltkrieg birgt die Schmiede zwei Werkstatträume und den Beschlagstand. 1981 erfolgte die Umsetzung nach Kloster Veßra. Das Inventar des Gebäudes konnte original übernommen werden.