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Altbewährt: der Krauthobel

Am heutigen Weltvegetariertag (1.10.2026) zeigen wir euch aus unserer Museumssammlung einen Krauthobel. Er ist ein unverzichtbares Haushaltsgerät in der bäuerlichen Küche. Im Erntemonat Oktober war das Schabgeräusch der Krauthobel oft zu hören. Im Haus Witzelroda steht im Vorratsraum neben der Schwarzen Küche ein besonders schönes Exemplar, das wir zum Objekt des Monats Oktober auserkoren haben. Es liegt auf einem Fass, in dem der gehobelte Weiß- oder Rotkohl aufgefangen wird.

Der Krauthobel ist fast einen Meter lang und am oberen Ende kunstvoll ausgesägt sowie zum Aufhängen mit einem Loch versehen. In das Holz sind drei Klingen eingelassen zum gleichmäßigen Schneiden feiner Streifen. Der frisch geerntete Weißkohl wird nach dem Herausschneiden des Strunks in Stücken in den Schabkasten auf dem Hobelholz gelegt. Der Kasten wird beim Schaben durch zwei mit dem Hobelholz verzapfte Holzschienen mit Nut gehalten. Ins Auge springt die Jahreszahl „1786“ auf der Front des viereckigen Schabkastens. Leider wissen wir nicht, wer im 18. Jahrhundert den gezeigten Krauthobel besessen hat. Die Jahreszahl könnte das Hochzeitsjahr der vormaligen Eigentümer anzeigen, Krauthobel waren klassische Hochzeitsgeschenke für die Gründung des eigenen Haushalts. Die Datierung des Haushaltgeräts und die Verzierungen verdeutlichen den großen Wert und die hohe Wertschätzung, die dem Alltagsding entgegengebracht wurde. Ganz anders als heute wurden Alltagsgeräte mitunter über Generationen weitervererbt. Auch die gemeinschaftliche Nutzung konnte eine Kenntlichmachung durch Jahreszahl oder auch Besitzzeichen notwendig machen. So wurden beim alljährlichen Einmachen von Sauerkraut in Vorbereitung auf den Winter Haushaltsgeräte wie der Krauthobel innerhalb einer Dorfgemeinschaft oder unter Nachbarn geteilt.

Zur Herstellung von Sauerkraut wird der geschabte Weißkohl mit Salz in ein Fass geschichtet. Schicht für Schicht wird mit einem Sauerkrautstampfer festgedrückt, nach oben austretender Saft wird abgeschöpft, bis das Fass gefüllt ist. Dann wird das Fass mit einem Holzdeckel verschlossen und der Deckel mit einem Stein beschwert. Nun dauert es ein paar Wochen bis aus dem Weißkohl und Salz durch Milchsäuregärung Sauerkraut entsteht. Zwischendurch muss überschüssiger Saft abgeschöpft werden. Das eingelegte Sauerkraut ist nicht nur lange haltbar, sondern auch sehr vitaminreich und somit ein wichtiger Vorrat für den Winter.

Wer von Euch nutzt zur Herstellung von Sauerkraut noch einen altbewährten Krauthobel? Schreibt uns eure Geschichten dazu gerne in die Kommentare.

Krauthobel

Krauthobel, 1786

Material: Holz, Metall

Maße: 23 cm x 27 cm x 99 cm

HMKV, Inv.-Nr. II 1110

Hennebergisches Museum Kloster Veßra
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